NQFL Liechtenstein
Transparenz und Vergleichbarkeit von Bildungsabschlüssen für eine starke Zukunft in Arbeitsmarkt und Hochschulbildung.
Nationaler Qualifikationsrahmen
NQFL Liechtenstein
Willkommen auf der Website des Nationalen Qualifikationsrahmens des Fürstentum Liechtensteins
Der NQFL soll die nationale und internationale Transparenz und Vergleichbarkeit von Berufs- und Hochschulbildungsabschlüssen herstellen und somit die Mobilität im Arbeitsmarkt und im Bildungsbereich fördern.
Ziele & Funktionen
Bildungssystem Liechtenstein
Das Fürstentum Liechtenstein ist ein kleines Land, und doch bietet es eine Vielzahl von Bildungsmöglichkeiten.
Damit die Abschlüsse international vergleichbar sind und das Bildungssystem transparent abgebildet wird, erarbeitete die Agentur für Internationale Bildungsangelegenheiten einen Nationalen Qualifikationsrahmen, den NQFL.
Dieser besteht zum einen aus der Berufsbildung und zum anderen aus der akademischen universitären Bildung.
Liechtensteins Berufsbildung international stärken
Im liechtensteinischen Bildungssystem nimmt die Berufsbildung einen wichtigen Platz ein. Zwei Drittel der Schulabgänger wählen diesen Weg als Start in den Beruf.
Auf der Grundlage einer Berufslehre stehen vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten offen bis hin zur höheren Berufsbildung.
Internationale Vergleichbarkeit
Auf internationaler Ebene ist es angesichts der Unterschiede im Arbeitsmarkt und in den Bildungssystemen schwierig, Ausbildungsabschlüsse zu vergleichen.
Deshalb erlangt die Vergleichbarkeit und Transparenz der Berufsbildungsabschlüsse immer grössere Bedeutung, welche auch ein Hauptziel des NQFL ist. Die Regierung hat im Jahr 2011 entschieden, einen Nationalen Qualifikationsrahmen für Abschlüsse der Berufsbildung zu erarbeiten. Dieser ermöglicht eine Zuordnung zum Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) und damit eine Vergleichbarkeit mit ausländischen Abschlüssen.
Mit dem Qualifikationsrahmen sollen die nationale und internationale Transparenz und Vergleichbarkeit der Berufsbildungsabschlüsse hergestellt und damit die Mobilität im Bildungsbereich und im Arbeitsmarkt gefördert werden.
Weitere Ziele des NQFL sind
-Das liechtensteinische Bildungssystem adäquat abbilden und dadurch die Transparenz, Verständlichkeit und Vergleichbarkeit der Abschlüsse der beruflichen Grundbildung, der höheren Berufsbildung und der Hochschulbildung im Bezug zu europäischen Abschlüssen verbessern.
-Auf Arbeitgeberseite die Beurteilung der Kompetenzen von liechtensteinischen Berufsabsolventen sowie die Anforderungen des Arbeitsmarkts an die Absolventen mit europäischen Qualifikationen erleichtern.
-Durch die verbesserte Verständlichkeit der Abschlüsse die Chancen von ausgebildeten Fach- und Führungskräften des Fürstentum Liechtensteins bei der Stellensuche in ausländischen Unternehmen sowie bei Entscheidungspersonen in Liechtenstein steigern und somit die Mobilität von Fach- und Führungskräften erhöhen.
Hinweise und Ziel des NQFL
Die Zuteilung eines Berufsbildungsabschlusses zu einem Niveau des NQFL ist nicht gleichbedeutend mit der Anerkennung einer beruflichen Qualifikation und sie gibt keine Berechtigung zur Ausübung eines reglementierten Berufes.
Ausschlaggebend für die Berechtigung zu einem Beruf oder Abschluss ist somit nicht die Zuordnung zu einem Niveau, sondern das Diplom. Ein Abschluss auf einem bestimmten NQFL-Niveau gewährt nicht automatisch den Zugang zu einer Ausbildung auf einem nächsthöheren Niveau.
Mit der Einführung des NQFL entstehen keine neuen Rechtsansprüche bezüglich Lohn oder Durchlässigkeit im Bildungssystem. Jede Niveauzuteilung eines Berufes wird von der Regierung genehmigt.
Ziel des NQFL ist es, die Bildungslandschaft in Liechtenstein klar abzubilden und vor allem die Durchlässigkeit darzustellen. Ein spezielles Augenmerk soll der Berufsbildung gewidmet werden.
Kompetenzen im Überblick
Deskriptoren
Niveaus und Deskriptoren des NQFL
Der NQFL ist ein aus acht Niveaus bestehendes Raster, in das alle formalen Qualifikationen des liechtensteinischen Berufsbildungssystems systematisch eingeordnet werden.
Dies geschieht anhand von handlungskompetenzorientierten Deskriptoren, welche die Anforderungen für jedes Niveau beschreiben. Die Niveaustufen des Qualifikationsrahmens entsprechen denen des EQR und die Deskriptoren sind ebenfalls eng an den EQR angelehnt.
Sie wurden für eine adäquate Einordnung der Qualifikationen an die Besonderheiten des liechtensteinischen Berufsbildungssystems, insbesondere die Bedeutung von Praxiszeiten, angepasst. Die Deskriptoren des NQFL sind über alle acht Niveaus berufsbildungsspezifisch formuliert.
Die Ausarbeitungen werden vom SBFI (Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation) vorgenommen.
Niveaus und Deskriptoren des NQFL
Für die spezifische Verwendung der liechtensteinischen Berufsbildung werden drei Deskriptoren – «Kenntnisse», «Fertigkeiten» und «Kompetenzen» – definiert:
«Kenntnisse» beziehen sich auf deklaratives Wissen in einem Arbeits- oder Lernbereich und werden in die Kategorien «Wissen» und «Verstehen» unterteilt.
«Fertigkeiten» bezeichnen die Fähigkeit, Kenntnisse anzuwenden, um Aufgaben auszuführen und Probleme zu lösen. Hier wird zwischen prozeduralen und sensomotorischen Fähigkeiten unterschieden.
«Kompetenzen» drücken das stete und routinierte Ausüben von Kenntnissen und Fertigkeiten im Arbeitskontext aus und werden in «berufliche» und «soziale» Kompetenzen gegliedert. Dieser Deskriptor formuliert die Wichtigkeit der Praxiserfahrung und zeigt auf, dass über das Fachliche hinaus Kompetenzen erworben werden, die eine Weiterentwicklung des Individuums innerhalb und ausserhalb der beruflichen Tätigkeit begünstigen.
Niveaus und Deskriptoren des NQFL
Die Niveaustufe 1 wird durch Berufsabschlüsse voraussichtlich nicht besetzt.
Für die berufliche Grundbildung sind – je nach Abschluss – die Niveaustufen 2 bis 5 zugänglich.
Die Niveaustufen 5 bzw. 6 bis 8 des EQR stehen nicht nur Hochschulabschlüssen, sondern auch Berufsbildungsabschlüssen auf Tertiärstufe (höhere Berufsbildung) offen und werden im Y-Rahmen auf der linken Seite abgebildet.
Liechtenstein vergibt zum jetzigen Zeitpunkt jedoch keine Diplome auf der Tertiärstufe.
Handlungskompetenzorientierung und Praxiserfahrung
Ein ausschlaggebendes Kriterium für die Zuordnung der Berufe in den NQFL sind die Handlungskompetenzen. Alle Berufsbildungsabschlüsse werden anhand dieser Handlungskompetenzen überprüft und einem Niveau des NQFL zugeordnet.
Die Handlungskompetenzorientierung ermöglicht ferner, das für das Berufsbildungssystem wichtige Element der Praxiserfahrung angemessen im Qualifikationsrahmen abzubilden. Im Bereich der beruflichen Grundbildung ist die Praxiserfahrung ein integraler Bestandteil der Lehre. Die zu erreichenden Lernergebnisse werden in den jeweiligen Bildungsverordnungen geregelt. Die Anbieter der beruflichen Praxisausbildung, die Unternehmen selbst, setzen sich für den bestmöglichen Lernerfolg der Lernenden ein und überprüfen diesen periodisch
Handlungskompetenzorientierung und Praxiserfahrung
Da die Einstufung der beruflichen Grundbildung aufgrund der Bildungsverordnungen geschieht, wird die berufliche Praxiserfahrung der Absolvierenden automatisch bei der Zuordnung in den NQFL berücksichtigt.
Einstufung & Zuordnung
Zuordnungsprozess
Der NQFL wird auf Verordnungsebene geregelt, welche stark an die Verordnung der Schweiz angelehnt ist.
Beim Gesetzgebungsprozess handelt es sich um einen «Bottom-up» Ansatz und dabei wurden auch liechtensteinische Amtsstellen mit einbezogen. Vertreter aus liechtensteinischen Lehrbetrieben sind in den Schweizer Organisationen der Arbeitswelten (OdAs) eingebunden und auch bei den massgebenden Prozessen dabei. Dadurch dass die Vertreter in Liechtenstein in Verbänden organisiert sind, sind auch die Verbände indirekt involviert.
Sobald die Verordnung zum NQFL in Kraft tritt, können die ersten Berufe, welche in der Schweiz eingestuft wurden, übernommen und veröffentlich werden.
Die Einstufungen werden in der Schweiz vorgenommen, genauer gesagt vom SBFI (Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation).
Nachdem die eingestuften Berufsbildungsabschlüsse vom SBFI bewilligt und veröffentlicht wurden, werden die in Liechtenstein bestehenden Berufsbildungsabschlüsse entsprechend von der liechtensteinischen Regierung bewilligt und von der nationalen Koordinationsstelle, der Agentur für Internationale Bildungsangelegenheiten (AIBA), in einem Verzeichnis auf ihrer Website veröffentlicht.
Berufsbildungsabschlüsse, für die keine Einstufung des SBFI vorliegt, werden von der Regierung eingestuft. Sie kann dabei die entsprechenden Empfehlungen des EHB (Eidgenössische Hochschule für Berufsbildung) berücksichtigen.
Qualifikationsstufen im Überblick
NQFL - Niveaus
Die NQFL-Niveaus zeigen die verschiedenen Qualifikationsstufen und die damit verbundenen Anforderungen und Kompetenzen.
Niveau 1
Die Berufsleute erfüllen einfache Anforderungen in einem überschaubaren und stabil strukturierten Tätigkeitsgebiet. Sie erfüllen ihre Aufgaben unter Anleitung.
Niveau 2
Die Berufsleute erfüllen fachgerecht grundlegende Anforderungen in einem überschaubar und stabil strukturierten Tätigkeitsgebiet. Sie erfüllen ihre Aufgabe weitgehend unter Anleitung.
Niveau 3
Die Berufsleute erfüllen selbstständig fachliche Anforderungen in einem noch überschaubaren und zum Teil offen strukturierten Arbeitsbereich.
Niveau 4
Die Berufsleute erkennen und bearbeiten fachliche Aufgabenstellungen in einem umfassenden, sich verändernden Arbeitsbereich.
Niveau 5
Die Berufsleute erkennen und analysieren umfassende fachliche Aufgabenstellungen in einem komplexen, spezialisierten, sich verändernden Arbeitskontext.
Niveau 6
Die Berufsleute analysieren und bewerten komplexe Aufgaben, Problemstellungen und Prozesse in einem dynamischen Arbeitsumfeld.
Niveau 7
Die Berufsleute bearbeiten komplexe Aufgaben, steuern eigenverantwortlich Prozesse und agieren in einem strategieorientierten, dynamischen Arbeitsumfeld mit häufigen Veränderungen.
Niveau 8
Die Berufsleute entwickeln innovative Lösungen, Verfahren oder Forschungserkenntnisse in einem hochkomplexen Tätigkeitsfeld.
NQFL Liechtenstein
Dokumente
Hier finden Sie wichtige Dokumente und Informationen zum Qualifikationssystem in Liechtenstein.
Allocation report Principality of Liechtenstein
Education system Liechtenstein
Regulation on the Qualifications Framework Liechtenstein - Vocational Education and Training
Law on the Recognition of Professional Qualifications
Nationaler Qualifikationsrahmen
Wem nützt der NQFL?
Lernende & Berufstätige
Der NQFL soll durch die verbesserte Verständlichkeit der Abschlüsse die Chancen von liechtensteinischen, ausgebildeten Fach– und Führungskräften bei der Stellensuche bei ausländischen Unternehmen und auch bei Entscheidungspersonen in Liechtenstein steigern und damit die Mobilität von Fach- und Führungskräften erhöhen.
Für Sie wird es leichter, europaweit verständlich zu machen, welche Kompetenzen Sie bereits erworben haben. Die Angabe des EQR-Levels auf einer Qualifikationsbescheinigung erleichtert ausländischen Lesern diesen richtig einzuordnen.
Arbeitgeber
Durch die Orientierung am EQR soll der NQFL dem Arbeitgeber die Beurteilung der Kompetenzen von liechtensteinischen Berufsabsolvent/Innen sowie von Absolvent/Innen europäischer Qualifikationen im Hinblick auf die Anforderungen des Arbeitsmarkts erleichtern.
Der Qualifikationsrahmen, NQFL, unterstützt den Vergleich von Qualifikationen europaweit. Der Niveauausweis auf einem Zeugnis erleichtert es, sich ein Bild von dem Anspruchsniveau des Bewerbenden zu machen, auf dem eine im Ausland erworbene Qualifikation angesiedelt ist.
Bildungsanbieter
Von mehr Transparenz in der Bildung profitieren auch und gerade die Anbieter.
Der NQFL mit seinem Fokus auf Kompetenzen unterstützt transparente Leistungsbeschreibungen von Bildungsorganisationen und kann damit einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung in der Bildung leisten. Auch der Bildungsmarkt internationalisiert sich.
Der EQR und NQFL eröffnen neue Optionen für internationale Angebote und Kooperationen in der Bildung.